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In Leipzig startet Ausbildung zum Osteopathen
Von September an können Ärzte und Physiotherapeuten an der Medizinischen Berufsfachschule am Universitätsklinikum Leipzig ein berufsbegleitendes Studium der Osteopathie absolvieren. Die Internationale Academy of Osteopathy bietet die fünfjährige Ausbildung an, die das Erkennen und Behandeln von Funktionsstörungen des Körpers - am häufigsten des Bewegungsapparates - vermittelt.
"Wir Osteopathen untersuchen und behandeln jede Form funktionellen Bewegungsverlustes", erklärte Luc Peeters, Direktor der International Academy of Osteopathie, bei der Vorstellung des neuen Ausbildungsangebotes an der Berufsfachschule am Leipziger Universitätsklinikum. "Die Osteopathie ist eine medizinische Behandlungsmethode, bei der mit speziellen Handgriffen versucht wird, die Funktionsfähigkeit des Körpers wieder herzustellen."
Selbstheilung anregenAm Beispiels eines "Tennis-Ellenbogens" erläuterte der ausgebildete Physiotherapeut die Unterschiede zwischen klassischer Medizin, Physiotherapie, Chiropraktik und Osteopathie: "Bei diesen Beschwerden handelt es sich meist um eine Entzündung der Muskelsehne. Ist das diagnostiziert, wird die Entzündung von der klassischen Medizin meist mit mechanischer Ruhe, Medikamenten oder mit einem operativen Eingriff beseitigt. Der Physiotherapeut ergänzt die Behandlung mit Muskelstärkung, der Chiropraktiker setzt auf lokale Manipulation oder Manipulation der Wirbelsäule. Der Osteopath wird versuchen, den mechanischen, vaskulären und neurologischen Stress zu beseitigen, wozu auch die Verbesserung der arteriellen Durchblutung gehört. Insgesamt setzen wir auf die Einheitlichkeit, wollen den Abwehrmechanismus anregen und setzen auf die Selbstheilungkräfte des Körpers."
Ergänzende TherapieDaraus folgt, dass strukturelle Erkrankungen nicht beeinflusst werden können. "Ein Osteopath kann zwar Beschwerden verringern", so Luc Peeters. "Aber der Patient wird seine rheumatische Arthritis, seine Diabetes oder gar seine Krebserkrankung behalten. Heilen können wir nicht. Deshalb sehen wir uns als ergänzende Therapeuten. Und für unsere Behandlung spricht, dass nicht nur die Beschwerden geringer werden, sondern auch der Medikamentenverbrauch sinkt."
Nur mit den HändenBei der osteopathischen Therapie werden nur die Hände eingesetzt. Mobilisierung, Manipulation und auch verschiedene Drainagetechniken stehen im Mittelpunkt, um die Selbstheilungskräfte anzuregen. Osteopathen behandeln meist Störungen des Bewegungsapparates sowie Kopfschmerzen, Atemprobleme, Verdauungstörungen und gynäkologische Beschwerden. Voraussetzung für die Arbeit ist deshalb die genaueste Kenntnis der menschlichen Anatomie und Physiologie. "Da reicht ein Wochenendseminar nicht aus", so Luc Peeters.
VoraussetzungenVoraussetzung für die Ausbildung zum Osteopathen ist es deshalb zu einen, dass der Interessierte schon Physiotherapeut oder Arzt ist. Zum anderen wird im fünfjährigen berufsbegleitenden Studium zusätzliches Wissen, wie beispielsweise über praktische Neurologie oder Pathologie, vermittelt. Das Studium ist aufgeteilt in Kurse und Module, am Ende steht das Diplom in Osteopathie. Die International Academy of Osteopathy (IAO) bildet seit 1987 in Deutschland Osteopathen aus und ist mit zwölf Studienstandorten die größte Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Gegenwärtig absolvieren in Deutschland 700 Studenten ihre Ausbildung an der IAO.
Kosten für StudentenDie Ausbildung an der IAO ist kostenpflichtig. "Für jeden Grundkurs und jedes Modul, die jeweils von Donnerstag bis Sonntag laufen, sind 463 Euro zu zahlen", so Luc Peeters. "Darin enthalten sind die Ausbildung, die Unterrichtsmaterialien und die Verpflegung. Die fünf Zusatzkurse kosten jeweils 272 Euro, die Diplomarbeit 120 Euro, so dass das Studium insgesamt auf rund 13 500 Euro kommt."
Kosten für PatientenDie Krankenkassen übernehmen für den Patienten die Kosten der Behandlung beim Osteopathen noch nicht. "Wir hoffen, dass der deutsche Gesetzgeber die Osteopathie bald als Heilberuf anerkennt", sagt der belgische IAO-Direktor. "So müssen die Patienten derzeit mit etwa 50 Euro für eine Behandlung rechnen. Da wir aber die Selbstheilungskräfte des Körpers in den Mittelpunkt stellen, ist höchstens eine Behandlung pro Woche nötig. Und im Durchschnitt reichen 3 bis 5 Behandlungen, um zu ersten spürbaren Ergebnisse zu kommen." (nn)
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